4. Alpe d’Huez

Regen, Regen, Regen… mehr lässt sich über den Tag nach Alpe d’Huez nicht sagen. Mit dem Auto passierte ich den von der Tour her bekannten Col du Glandon.
Hier kämpften sich einige Radfahrer die Passstraße empor, während es kräftig schüttete. Auf dem Pass oben verließ ich nur ganz kurz meinen fahrbaren Untersatz, um ein paar Fotos zu schießen, bevor es weiterging. Ordentlich Geröll lag auf der Fahrbahn und ein paar Ausweichmanöver waren notwendig.
Zum Glück hielt sich der Verkehr in Grenzen. Als ich am Zielort Bourg d’Oisans ankam, suchte ich erst einmal den örtlichen Supermarkt auf und kaufte etwas zu Essen ein.
Anschließend fand ich auf Anhieb ein nettes Hotel. Der Inhaber hatte es ganz im Stile der Tour de France eingerichtet: Bilder und Poster, Zeitungsausschnitte und Trikots.
Nach dem Beziehen des Zimmers traf ich einen Schotten im völlig durchnässten T-Mobile-Dress. Er kam gerade von der Alpe herunter und empfahl mir, meine Fahrt nach oben auf den morgigen Tag zu verschieben. Also legte ich für heute einen Ruhetag ein und machte mich auf ins Städtchen. Wirklich viel gab es hier nicht zusehen, außer dass die „Grand Boucle“ hier allgegenwärtig ist. Im Tourismusbüro checkte ich kurz E-Mails, bevor ich in den benachbarten Radladen verschwand.
Ich musste mich wirklich zurückhalten, hier nicht die Kreditkarte ganz zu strapazieren 😉
Es sprangen 2 Trikots heraus (eines davon im Alpe d’Huez-Design. Den Kauf desselben Trikots für meinen Vater schlug ich mir dann aus dem Kopf- dieses muss man sich schließlich selbst verdienen. Er bekam 2 neue Radflaschen im selben Design). 😉 Hier kam ich mit zwei netten Bayern ins Gespräch, die am morgigen Tag ebenfalls nach Alpe d’Huez fahren wollten. Wir tauschten uns etwas aus, bevor ich mit meinen Einkäufen in Richtung Hotel zurücklief und noch etwas in einer Zeitschrift aus dem Supermarkt schmökerte.
Abends schlenderte ich zur Nahrungsaufnahme wieder ins Zentrum und fand recht schnell ein nettes Restaurant.
Auf Flachbildschirmen flimmerten Bilder der vergangenen Frankreich-Rundfahrten. Ich ließ mir mein Carboloading in Form eines großen Salats, Spaghetti Carbonara und Bananensplit schmecken.

Am nächsten Morgen ging’s nach dem Frühstück gleich auf’s Rad. Die Sonne blinzelte auch schon durch die Wolken.
Kein Vergleich zum Vortag! Auf dem Weg Richtung Anstieg traf ich schon auf einige Radfahrer. Von Kilometer 1 an ging es dann gleich mal auf 12% Steigung.
Hui, das kann ja was werden… Die nächsten Kilometer änderte sich das auch nicht groß.
Auf den 13 Kilometern nach oben traf ich ziemlich viele Holländer und auch die Deutschen aus dem Radladen am Vortag.
Man wünschte sich gute Fahrt und weiter ging’s.
Mit Anfeuerungsrufen von Karlsruher Motorradfahrern erreichte ich schließlich das Ziel.
Und nach kurzem Entspannen und den obligatorischen Pass-Fotos ging es wieder in die Abfahrt. In Bourg d’Oisans angekommen hatte ich dank dem netten Hotelier nochmals die Gelegenheit zu Duschen und fuhr mit dem Auto weiter über Les 2 Alpes und dem Col du Lautaret Richtung Briancon.

Ich habe ein kleines Video über meine Alpe d’Huez-Etappe gedreht, leider etwas verwackelt.
https://vimeo.com/50152840